|
Michaela Gutowsky 26.01.2012 11:49
Dieser Debütroman von Ali Shaw wurde in 18 Sprachen übersetzt und ich war sehr gespannt, ob mich die Handlung dieses Romans genauso für mich einnehmen könnte wie seine optische Gestaltung.
Ida, deren Körper zu Glas wird, kehrt auf die Insel St. Hauda´s Land um Henry Fuwa zu finden, von dem sie hofft, dass er ihr helfen kann. Auf ihrem Weg lernt Ida, Midas kennen und findet ihn ihm ihre große Liebe.
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen ist ein fantastischer und tragischer Roman, der den Leser auf eine Insel entführt auf der fabelhafte Wesen leben, die voller Fantasie beschrieben sind und für die der Leser eine gewaltige Vorstellungskraft braucht.
Ich wollte immer weiterlesen, mehr von dieser Geschichte erfahren, mit Ida hoffen und bangen und doch musste ich ab und zu das Buch sinken lassen, um durchzuatmen und das gelesene zu verarbeiten und für mich anzunehmen.
Es gibt hier recht viele Personen, die mitspielen und die sehr ausführlich und charakterfest beschrieben sind, sodass es nicht lange schwerfällt, diese Personen zu unterscheiden.
Die Protagonisten Ida und Midas wuchsen mir beide sehr schnell ans Herz und ich habe regelrecht mitgefiebert, wie es mit beiden Personen weitergeht.
Midas fotografiert unheimlich gern und der Autor konnte mir bei seiner Beschreibung oft das Gefühl vermitteln, ich sähe durch seine Kamera.
Idas wird hier ebenfalls sehr bildlich dargestellt und die Beschreibung wie das Glas sich in ihre ausbreitet, ist verblüffend leicht und verständlich. So habe ich mit der Protagonistin richtig mitgelitten, wenn ich lesen konnte, welche Gefühle in ihr vorgingen.
Carl, der im Grunde genommen die Position als Idas Onkel einnimmt, war mir von Anfang an unsympathisch und blieb es auch bis zum Schluss.
Mehrere tragische Familiengeschichten aus der Vergangenheit fügen sich in die Handlung mit ein und so kann es passieren, dass der Leser verschiedene Perspektiven vor allem aber Rückblenden liest.
Meist liest man über Ida und Midas, zwischendurch aber auch über Carl, Midas Eltern oder aber auch Idas Mutter.
Anfangs war dies etwas verwirrend auf mich, jedoch fand ich mich schnell damit zurecht und konnte bemerken, dass die Handlung dadurch gefestigt wurde.
Die Handlung selbst ist tragisch und wunderschön zugleich. Mir kam es wie ein modernes Märchen vor, das mit viel Fantasie von der Liebe, Einsamkeit und Trauer erzählt. Angst vor Gefühlen und verpasste Chancen spielen hier eine große Rolle. Zeitweise ist es sehr melancholisch und emotional und doch verzauberte es mich innerhalb weniger Seiten. Es ist die Atmosphäre, die mir dieses Buch vermitteln konnte, um es als etwas Besonderes anzusehen.
Die Umgebung ist wirklich traumhaft mit vielen kleinen Details beschrieben, sodass es mir leicht fiel, den Handlungsort zu visualisieren.
Der Schreibstil ist ebenfalls sehr ausführlich, teilweise etwas melancholisch und zieht den Leser schnell in seinen Zauber. Dies machte für mich diesen Roman so besonders. Ali Shaw verfügt über einen wunderbaren und teilweise poetischen Schreibstil. Mit seinem eigenen melodischen Klang zog sich dieser wie ein roter Faden durch das Buch. Der Autor versteht es die Umgebung so zu beschreiben, dass die Ortschaft auch wirklich magisch und zauberhaft auf den Leser wirkt. Schon auf den ersten Seiten zog mich sein Roman in den Bann aber es dauerte auch eine Zeit lang, bis ich den Zugang zu dieser Geschichte gefunden habe, da es so viele kleine Details gab, auf die ich achten wollte.
Die 397 Seiten vergingen für mich wie im Flug, was nicht nur an der interessanten Handlung lag, sondern auch an den recht kurzen Kapiteln.
Die optische Gestaltung des Buches ist für mich ein wahrer Eyecatcher. Der Schutzumschlag ist in einem wunderschönen Petrol und weiß gestaltet. Mit seinen weißen Schneeflocken und dem in Schreibschrift abgebildeten Titel wirkt er schon recht winterlich.
Die Schnittkante ist silberglänzend und das Buch besitzt auch ein Lesebändchen.
Fazit:
Es gibt Bücher, die man mit einem zufriedenen Lächeln schließt, nicht weil das Ende so wunderschön war, sondern weil man froh ist, diese Geschichte gelesen zu haben. Das Mädchen mit den gläsernen Füßen ist für mich ein besonderes und modernes Märchen das mit einem melancholischen Schreibstil und recht viel Tiefgang verzaubert ..
Eine Geschichte, die lange nachwirkt und beschäftigt.
Ali Shaw wurde 1982 geboren und wuchs in einer kleinen Stadt in Dorset, Großbritannien auf. Sein Debüt „das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ wurde in 18 Sprachen übersetzt. (Quelle: Script5, das Mädchen mit den gläsernen Füßen“.
Gesamtwertung: 5/5 Sternen
© Michaela Gutowsky
Antworten
|