Rezension zu "Nicht weit vom Stamm"
von unserer Praktikantin Katharina Rohleder
Oliver Uschmanns neuer Coming-of-Age-Roman „Nicht weit vom Stamm“ zeigt brutal, schonungslos und ehrlich verschiedene Facetten von Pop- und Jugendkultur. Unsere Praktikantin berichtet von ihrer Leseerfahrung mit dem neuen Uschmann:
„Was einem beim Anblick des Covers in den Sinn kommt, wird zwischen den Buchdeckeln in die Tat umgesetzt – provokant, aggressiv und schonungslos ehrlich. Wo gesägt wird, müssen auch Späne fallen. Und bei „Nicht weit vom Stamm“ gibt es eine ganze Spänenschlacht!
Gewalt macht, neben Drogen und sexueller Befriedung einen großen Teil von Svens Alltag aus. Den Rest der Zeit tut er … nichts. Er zelebriert gemeinsam mit seinen Kumpels die manische Unlust. Dafür erntet er nur verachtendes Kopfschütteln von seinem Vater. Doch Sven kümmert das nicht. Hauptsache seine Schwester Lina verurteilt ihn nicht. Er hat eh nicht vor, so zu werden wie sein Vater. Dann kommt der Tag, an dem er sich entscheiden muss: Weiter vor sich hinzutreiben oder die Ärmel hochzukrempeln.
Sven ist ein Paradebeispiel eines orientierungslosen Jugendlichen. Jemand, der durch einen kräftigen Schicksalsluftstoß aus der sicheren und erfolgversprechenden Bahn herausgeschleudert wurde und erst einmal keinen Halt mehr im Leben findet.
Oliver Uschmann vernetzt die Krise des Protagonisten gekonnt im gegenwärtigen medialen Umfeld. Das verleiht dem Buch die Aktualität, die dem Zeitgeist der jungen Generation entspricht. Die hemmungslos rabiate Sprache trifft den Nerv der heutigen Jugendkultur. Der Roman ist fast schon eine Milieustudie, mit einem Ende, das überrascht! Praktikanten-Prädikat: sehr lesenswert!"
Bücher zu dieser Newsmeldung
Oliver UschmannNicht weit vom Stamm
Klappenbroschur
14,95 € (D)
ISBN 978-3-8390-0120-2
Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen. Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater.
