Bettina Belitz

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Interview
Frau Belitz, als Journalistin sind Sie auf Fakten angewiesen. In „Splitterherz“ dagegen geht es um Übersinnliches und die Macht der Träume, die als etwas Kostbares, Fragiles dargestellt werden. Welche Rolle spielen Träume in Ihrem eigenen Leben?
Wenn man mir meine Träume nehmen würde, würde mir sehr viel fehlen – ich finde Träume ungeheuer spannend und habe meistens gleich mehrere pro Nacht. Manchmal sind sie skurril, manchmal einfach nur bescheuert und nervenaufreibend, manchmal gruselig, aber ich habe auch immer wieder Träume, die mich zutiefst bewegen, erfüllen und inspirieren. Wir können in unseren Träumen Grenzen überwinden. Alles scheint möglich, und es ist immer völlig kostenlos - ein Übermaß an Freiheit! Nicht umsonst schöpfen einige Naturvölker ihre Spiritualität und damit auch ihre Kraft aus Träumen. Für mich sind Träume keine Schäume, sondern ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Teil von uns Menschen, und wir können viel von ihnen über uns lernen.
Wenn im Januar „Splitterherz“ auf den Markt kommt, haben sich viele Leser bereits ein Bild von Ihrem Roman im Internet gemacht. Selbst der Soundtrack der Lieder, die Sie beim Schreiben Ihres Buches gehört haben, ist auf www.splitterherz.com abrufbar. Welchen Stellenwert hat das Internet für Sie?
Das Internet ist eine wunderbar unkomplizierte Möglichkeit, verschollene Kontakte wiederzufinden, sich zu vernetzen oder die eigene kreative Arbeit zu veröffentlichen – und es ist eine geniale Brücke zwischen Lesern und Autoren. Durch das Internet werden Bücher zu einem multimedialen Ereignis. Das fasziniert mich. Allerdings sollte die Dosis stimmen. Wenn mir jemand ein paar Stunden Freizeit schenken würde und mir die Wahl ließe, entweder im Netz zu surfen oder aber mich auf dem Rücken eines Pferdes zu schwingen, würde ich mich immer für den Pferderücken entscheiden. Ich halte auch nichts davon, ständig und überall online zu sein. Manchmal muss die Kiste aus bleiben. Ellie glaubt ja zu Beginn von „Splitterherz“, ohne Handy und DSL den Verstand zu verlieren – aber dann stellt sie fest, dass sie ohne sehr gut kann, und sie lernt, sich auf ihre Instinkte zu verlassen. Das Internet ist zweifellos eine reizvolle Sache, aber es kann niemals das echte Leben ersetzen.
Im Blog lassen Sie die Leser u. a. auch wissen, dass Sie im Westerwald leben, der zugleich Schauplatz Ihres Debüts ist. Inwiefern hat diese Umgebung Ihr Schreiben inspiriert?
Ich habe die Natur schon immer als inspirierend empfunden und gerne das Wetter beobachtet – ich mag es, draußen zu sein und den Verlauf der Jahreszeiten zu verfolgen. Hier auf dem Land wirkt die Natur viel intensiver als in der Stadt. Ein Gewitter zum Beispiel fühlt sich völlig anders an und spielt sich auch anders ab. Und wenn es stürmt, dann richtig ... Nachts hört man die Käuzchen rufen. Ich liebe das. Hinzu kommt die absolute Ruhe und Abgeschiedenheit, beides für mich ideale Voraussetzungen zum Schreiben – da spinnen sich die Geschichten von ganz alleine zusammen. Außerdem birgt der Westerwald einige sehr wilde und romantische Flecken, die ein wunderbares Setting für eine Geschichte wie „Splitterherz“ abgeben. Warum also in die Ferne schweifen?
Mit der beginnenden Liebe zu Colin muss Ellie sich von ihren Eltern und vor allem von ihrem Vater emanzipieren. Verstehen Sie „Splitterherz“ insofern auch als Coming-of-Age-Roman?
Wenn die Tochter sich das erste Mal richtig verliebt, sehen die meisten Väter rot. Wenn der Auserwählte darüber hinaus aber noch eine Gefahr für die Tochter zu sein scheint und ein wohl gehütetes Familiengeheimnis aufzudecken droht, wie es bei Colin der Fall ist, verschärft das die Situation natürlich ungemein. Ellie hört trotzdem auf ihr Herz und entscheidet sich für Colin – und das finde ich wichtig und richtig. Irgendwann ist der Tag gekommen, an dem man sich nicht mehr vorschreiben lassen kann, welche Freunde und Partner man wählt. Man muss eigene Entscheidungen fällen – im Ernstfall gegen die Wünsche der Eltern. Möglicherweise sind manche dieser Entscheidungen Fehlgriffe, aber sie sind immerhin auf dem eigenen Mist gewachsen. Ich mag diese familiäre Konflikt-Komponente in „Splitterherz“, da keine große Liebesgeschichte von der Familiengeschichte unberührt bleibt. Und Ellies Vater ist ja auch ein ganz besonderer Kandidat ...
Nicht nur Ellie kann sich nur schwer der Anziehungskraft entziehen, die von Colin ausgeht. Glauben Sie, dass es eine genuin-weibliche Sehnsucht nach dem mysteriösen Einzelgänger gibt?
Ach, ich denke, weder Jungs noch Mädchen mögen es, wenn das andere Geschlecht in Horden auftritt. Mädels mögen keine herumproletenden Jungs, die synchron auf den Asphalt spucken und über die immergleichen Witze lachen, und Jungs mögen keine kichernden Mädels, die niemals ohne die besten Freundinnen im Schlepptau auftauchen. Und natürlich ist ein schweigsamer, mysteriöser Einzelgänger – wenn er denn so elegant und selbstbewusst wie Colin auftritt – immer faszinierender als ein blökendes Herdentier. Aber wenn man sich zum Beispiel Herr der Ringe anschaut oder Eragon, dann sind die begehrten Frauenfiguren ebenfalls Einzelgängerinnen mit einer ordentlichen Portion geheimnisvoller Aura. Ich glaube, wir alle, ob Mann oder Frau, suchen einen Gegenüber, der sich von der Masse abhebt und in dem wir ein Stück von uns selbst wiederfinden. Und das ist es ja schließlich, was Colin und Ellie verbindet – denn auch Ellie ist eine Einzelgängerin, obwohl sie lange versucht hat, das zu vertuschen. Und nur weil sie eine Einzelgängerin ist, kann sie Colins wahres – und so schönes – Gesicht erkennen.
Wenn man mir meine Träume nehmen würde, würde mir sehr viel fehlen – ich finde Träume ungeheuer spannend und habe meistens gleich mehrere pro Nacht. Manchmal sind sie skurril, manchmal einfach nur bescheuert und nervenaufreibend, manchmal gruselig, aber ich habe auch immer wieder Träume, die mich zutiefst bewegen, erfüllen und inspirieren. Wir können in unseren Träumen Grenzen überwinden. Alles scheint möglich, und es ist immer völlig kostenlos - ein Übermaß an Freiheit! Nicht umsonst schöpfen einige Naturvölker ihre Spiritualität und damit auch ihre Kraft aus Träumen. Für mich sind Träume keine Schäume, sondern ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Teil von uns Menschen, und wir können viel von ihnen über uns lernen.
Wenn im Januar „Splitterherz“ auf den Markt kommt, haben sich viele Leser bereits ein Bild von Ihrem Roman im Internet gemacht. Selbst der Soundtrack der Lieder, die Sie beim Schreiben Ihres Buches gehört haben, ist auf www.splitterherz.com abrufbar. Welchen Stellenwert hat das Internet für Sie?
Das Internet ist eine wunderbar unkomplizierte Möglichkeit, verschollene Kontakte wiederzufinden, sich zu vernetzen oder die eigene kreative Arbeit zu veröffentlichen – und es ist eine geniale Brücke zwischen Lesern und Autoren. Durch das Internet werden Bücher zu einem multimedialen Ereignis. Das fasziniert mich. Allerdings sollte die Dosis stimmen. Wenn mir jemand ein paar Stunden Freizeit schenken würde und mir die Wahl ließe, entweder im Netz zu surfen oder aber mich auf dem Rücken eines Pferdes zu schwingen, würde ich mich immer für den Pferderücken entscheiden. Ich halte auch nichts davon, ständig und überall online zu sein. Manchmal muss die Kiste aus bleiben. Ellie glaubt ja zu Beginn von „Splitterherz“, ohne Handy und DSL den Verstand zu verlieren – aber dann stellt sie fest, dass sie ohne sehr gut kann, und sie lernt, sich auf ihre Instinkte zu verlassen. Das Internet ist zweifellos eine reizvolle Sache, aber es kann niemals das echte Leben ersetzen.
Im Blog lassen Sie die Leser u. a. auch wissen, dass Sie im Westerwald leben, der zugleich Schauplatz Ihres Debüts ist. Inwiefern hat diese Umgebung Ihr Schreiben inspiriert?
Ich habe die Natur schon immer als inspirierend empfunden und gerne das Wetter beobachtet – ich mag es, draußen zu sein und den Verlauf der Jahreszeiten zu verfolgen. Hier auf dem Land wirkt die Natur viel intensiver als in der Stadt. Ein Gewitter zum Beispiel fühlt sich völlig anders an und spielt sich auch anders ab. Und wenn es stürmt, dann richtig ... Nachts hört man die Käuzchen rufen. Ich liebe das. Hinzu kommt die absolute Ruhe und Abgeschiedenheit, beides für mich ideale Voraussetzungen zum Schreiben – da spinnen sich die Geschichten von ganz alleine zusammen. Außerdem birgt der Westerwald einige sehr wilde und romantische Flecken, die ein wunderbares Setting für eine Geschichte wie „Splitterherz“ abgeben. Warum also in die Ferne schweifen?
Mit der beginnenden Liebe zu Colin muss Ellie sich von ihren Eltern und vor allem von ihrem Vater emanzipieren. Verstehen Sie „Splitterherz“ insofern auch als Coming-of-Age-Roman?
Wenn die Tochter sich das erste Mal richtig verliebt, sehen die meisten Väter rot. Wenn der Auserwählte darüber hinaus aber noch eine Gefahr für die Tochter zu sein scheint und ein wohl gehütetes Familiengeheimnis aufzudecken droht, wie es bei Colin der Fall ist, verschärft das die Situation natürlich ungemein. Ellie hört trotzdem auf ihr Herz und entscheidet sich für Colin – und das finde ich wichtig und richtig. Irgendwann ist der Tag gekommen, an dem man sich nicht mehr vorschreiben lassen kann, welche Freunde und Partner man wählt. Man muss eigene Entscheidungen fällen – im Ernstfall gegen die Wünsche der Eltern. Möglicherweise sind manche dieser Entscheidungen Fehlgriffe, aber sie sind immerhin auf dem eigenen Mist gewachsen. Ich mag diese familiäre Konflikt-Komponente in „Splitterherz“, da keine große Liebesgeschichte von der Familiengeschichte unberührt bleibt. Und Ellies Vater ist ja auch ein ganz besonderer Kandidat ...
Nicht nur Ellie kann sich nur schwer der Anziehungskraft entziehen, die von Colin ausgeht. Glauben Sie, dass es eine genuin-weibliche Sehnsucht nach dem mysteriösen Einzelgänger gibt?
Ach, ich denke, weder Jungs noch Mädchen mögen es, wenn das andere Geschlecht in Horden auftritt. Mädels mögen keine herumproletenden Jungs, die synchron auf den Asphalt spucken und über die immergleichen Witze lachen, und Jungs mögen keine kichernden Mädels, die niemals ohne die besten Freundinnen im Schlepptau auftauchen. Und natürlich ist ein schweigsamer, mysteriöser Einzelgänger – wenn er denn so elegant und selbstbewusst wie Colin auftritt – immer faszinierender als ein blökendes Herdentier. Aber wenn man sich zum Beispiel Herr der Ringe anschaut oder Eragon, dann sind die begehrten Frauenfiguren ebenfalls Einzelgängerinnen mit einer ordentlichen Portion geheimnisvoller Aura. Ich glaube, wir alle, ob Mann oder Frau, suchen einen Gegenüber, der sich von der Masse abhebt und in dem wir ein Stück von uns selbst wiederfinden. Und das ist es ja schließlich, was Colin und Ellie verbindet – denn auch Ellie ist eine Einzelgängerin, obwohl sie lange versucht hat, das zu vertuschen. Und nur weil sie eine Einzelgängerin ist, kann sie Colins wahres – und so schönes – Gesicht erkennen.

