Sophie Benning

Zum Glück ging es Sophie Benning nicht so wie ihrer Heldin Charlotte: Sie hat ihr Grafik-Design-Studium nach dem Examen nie bereut. Aber den richtigen Umgang mit Kochlöffel und Töpfen lernte auch sie nicht von ihrer Mutter, sondern in einer großen WG, wo es die abenteuerlichsten Gerichte gab.
Heute lebt sie mit Mr. Right, Freundin Steffi und zwei Katzen in einer großen Altbauwohnung. Natürlich gibt es Tage, an denen es Zoff gibt, aber bisher haben sie sich immer wieder versöhnt. In einer Sache sind Sophie und Steffi sich aber immer einig: Der ideale Mann muss erst noch geboren werden.

Interview

Frau Benning, die Gretchenfrage gleich zu Beginn des Interviews: Wie viel Sophie steckt in der Protagonistin Emma?

Wenn ich ehrlich bin, eine ganze Menge. Ich habe, wie Emma, die FOS für Gestaltung besucht und flog zu der Zeit auch schon bald aus meinem möblierten Zimmer.
Grund: Männerbesuch über Nacht...
Daraufhin habe ich mir mit zwei anderen Mädels, die ebenfalls bei ihrem Vermieter in Ungnade gefallen waren, eine neue Behausung gesucht und wir fanden eine günstige Altbauwohnung. Sie war vielleicht nicht so schön wie die Wohnung im Roman – das Klo war beispielsweise im Treppenhaus- aber das war uns egal. Wir konnten endlich tun und lassen, was wir wollten. Und das taten wir dann auch ausgiebig.

Was macht das WG-Leben so besonders?

Eine WG ist wie eine Ersatzfamilie. Eine Wahlverwandtschaft. Natürlich kann es auch hier Stress und Streit miteinander geben, aber man ist nicht auf Gedeih und Verderb ein Leben lang verbunden. In der Regel zieht man ja mit Leuten zusammen, mit denen man sich gut versteht. Außerdem ist es schön, dass meistens jemand da ist, mit dem man quatschen, bei dem man sich ausheulen kann und wenn der Freund mal zickt, kann man ihn in Ruhe zicken lassen und unternimmt eben was mit einem der anderen.

Leben Sie deshalb noch nicht mit Ihrem Freund allein?

Sicher auch aus diesem Grund.

Sie haben Grafik-Design studiert. Was wäre aus Sophie Benning geworden, wenn sie nicht Autorin geworden wäre?

Illustrieren könnte mir Spaß machen. Das war immerhin ein Schwerpunkt in meinem Studium. Aber wer weiß, vielleicht mache ich das ja noch mal. Das eine schließt das andere nicht aus und ich bin noch nicht 80... (-:

Wo und wie lebt Sophie Benning in 20 Jahren?

Du meine Güte, wenn ich das wüsste... Vielleicht irgendwo auf dem Land, in Stadtnähe?
Ich könnte mir vorstellen, später mit guten Freunden in einer Hausgemeinschaft zu leben. Wo alle ihren eigenen Bereich haben, aber man jederzeit bei einander vorbei gehen kann. Das wird man sehen, wenn es soweit ist.

Welchen Lebensrat möchten Sie jungen Frauen um die 20 mitgeben?

Schaut genau hin, wo eure Stärken liegen (damit meine ich nicht den perfekten Lidstrich!) und was euch Spaß machen würde. Und lasst euch dabei nicht von allen Seiten reinquatschen. Die große Liebe ist schön, aber fixiert euch nicht nur darauf. Das Leben hat auch sonst eine Menge zu bieten, aber um das zu entdecken, muss man hin und wieder das gemütliche Sofa verlassen und sich auch mal trauen, ins kalte Wasser zu springen. Und glaubt mir: Das lohnt sich!